Fortsetzung „HMAS Sydney“

Endlich wurden die ersten Unterwasser-Fotos, der Mitte März entdeckten veröffentlicht. Diese Fotos geben Aufschluss über den tatsächlichen Hergang der Seeschlacht, bei der der australische Kreuzer sank, und stützen die Aussagen der überlebenden Deutschen. Eines der größten Seegeheimnisse wurde somit fast vollständig gelöst.

Weit der „HMAS Sydney“ unterlegen gab sich die „Kormoran“, ein umgebautes Handelschiff, als niederländisches Handelschiff „Straat Malakka“ aus. Die „Sydney“ näherte sich auf 1,5 km. Das deutsche Schiff hisste die Flagge, gab sich zu erkennen und eröffnete das Feuer.

Das Gefecht dauerte 30 min, bei dem beide Schiffe stark beschädigt wurden und die „Sydney“ im Maschinenraum Feuer fing und weit abtrieb. Warum hielt sich aber das schwer beschädigte, brennende Schiff stundenlang über Wasser und die Mannschaft konnte sich nicht retten? Vermutlich wurde das Oberdeck mit fast allen Rettungsbooten schwer beschädigt.

Ein Vergleich der Berichte und Bilder des Bergungs-Teams ergab, dass die Aussagen der gefangengenommenen Deutschen doch sehr präzise waren. Der Rumpf der „Sydney“ wurde sehr stark beschädigt und brach ab.

Trotz der vielen Erkenntnisse, die durch den Fund gewonnen worden sind, ranken sich noch einige Verschwörungstheorien um den Untergang. Anfang Februar 1942 tauchte eine Leiche mit Schusswunde am Kopf auf. Die Identität des Toten ist zwar noch nicht vollständig geklärt, aber die australischen Behörden ordneten ihn der Besatzung der „Sydney“ zu. In einigen Theorien heißt es, dass die Deutschen auf die schiffbrüchige Besatzung der „HMAS Sydney“ geschossen hätten, was allerdings nicht belegt ist. Fast sicher ist jedenfalls, dass die „Kormoran“, wie nach Seekriegsrecht vorgeschrieben, erst ihre Tarnung aufgab und dann erst den Angriff begann.

Letztendlich wurden die Wracks der Schiffe nur durch einen versteckten Bericht eines Kriegsgefangenen entdeckt. Er hatte, durch Markieren mehrerer einzelner Buchstaben in einem Buch, einen recht detaillierten Bericht verfasst und versteckt.

Es gibt jedoch Rätsel, die nie gelöst werden können:
Warum hat sich der erfahren Kapitän dem fremden Schiff bis auf 1500m genähert und somit seinen Reichweitenvorteil aufgegeben?

Warum konnte die „Sydney“ trotz ihrer Überlegenheit in der Bewaffnung versenkt werden? Es wurde diesbezüglich eine Vermutung angestellt, dass möglicherweise ein 3. Schiff oder ein Uboot dem Angriff beiwohnte, das ist allerdings nicht belegt und es waren auch keine anderen fremden Munitionsspuren vorhanden.

Unterwasserbilder “HMAS Sydney” und die englische Original-Homepage der Organisation

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