Archive for the ‘Tierwelt’ Category

Krokodile gegen Giftkröten

Wednesday, November 19th, 2008

Nicht nur landwirtschaftliche Folgen hat die künstlich angesiedelte Aga-Kröte zu verschulden. Sie wurde 1935 aus Südamerika nach Australien gebracht, um eine Käferplage auf den Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen.

Stattdessen wurde die giftige Kröte selbst zum Problem. Biologen der Charles-Darwin-Universität in Darwin fanden heraus, dass die Kröte die Bestände der einheimischen Süßwasserkrokodile in den Flüssen des Northern Territory halbiert hat. Im Viktoria River sind bereits 77% der Krokodile nach Verzehr der Kröte gestorben.

Durch die große Ausbreitung der Kröte um ca. 25% im Jahr (Ausdehnung ca. 40km jährlich) sind aber auch andere Tier- und Pflanzenarten bedroht. So verschwinden nach und nach einheimische Arten Warane, Schlangen oder Beutelmarder.

Ausdehnung der Kröte 1940 bis 1980

Kröte

© Günther Dotzler / PIXELIO

Australian Wildlife Hospital

Monday, October 6th, 2008

Es ist das größte Hospital seiner Art, dass in Queensland an der Sunshine Coast Ende 2008 seine Türen für Besucher öffnete. Die Krankenstation für wild lebende Tiere besteht seit vier Jahren und wurde für ca. 4 Millionen Euro modernisiert und ausgebaut. Alles begann mit Steve Irwin, der im März 2004 den Grundstein für dieses Projekt legte.

Das heute durch den besten Freund Irwins geleitete Australian Wildlife Hospital behandelte bisher ungefähr 5.500 Tiere jährlich, nach Erweiterung sollen es 10.000 Patienten werden. Die Zahl der zu behandelnden Tiere und deren Artenvielfalt, aber auch die Arbeit der Tierärzte und Pfleger und die moderne Ausstattung sind auf jeden Fall einen Blick wert.

Nicht nur den kranken, verletzten der mutterlosen Tieren kann mit dieser Einrichtung geholfen werden; das Team des Hospitals arbeitet und teilt sein Wissen mit zahlreichen Tierschutzorganisationen und Universitäten, um der Tierschutz im ganzen Land voran zu bringen.

Ein Tagesticket kostet 30 Euro, Kinder bezahlen die Hälfte.

Tierarzt

Hospital: www.wildlifewarriors.org.au

Australian Zoo: www.australiazoo.com.au

Monkey Mia - Trotz Namens nicht „affig“

Thursday, March 13th, 2008

DelphinIn Westaustralien, nordöstlich der großen Halbinsel Shark Bay, liegt der weiße Strand von Monkey Mia.

Hier erhält man die einzigartige Möglichkeit wildlebende Delphine zu füttern.

Jeden Vormittag und manchmal nachmittags erreichen ca. 4-8 Tiere (es sollen auch schon um die 20 Tiere gewesen sein) den Strand. Unter Aufsicht der Ranger können die meist jungen, Delphine mit kleinen Fischen gefüttert werden.

Seit 60 Jahren kommen sie schon hierher, da sie an diesem Strand Abfälle der Fischerbote erbeuten konnten.

Es bestehen sogar Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort und so hat man bei einem auch mehrtägigen Besuch die Möglichkeit die nähere Umgebung mit unberührten weißen Sandstrände zu erkunden, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen.

 

Bild © Hans Georg Staudt / PIXELIO

Schlangengroßer Regenwurm

Tuesday, February 19th, 2008

Regenwurm

Im australischen Bundesstaat Victoria, bei den kleinen Orten namens Korumburra und Warragul, nahe Melbourne lebt ein aus- sergewöhnliches Tier.

Der Giant Gippsland Earthworm oder auch Karmai (Megascolides australis) genannt „treibt hier sein Unwesen“.


Diese Regenwürmer, die auch im „Guiness Buch der Rekorde“ genannt werden, erreichen einen Durchmesser von knapp 4 cm und eine Länge von 2 bis 3 m. Der längste gesichtete Wurm war unge- fähr 4 m lang. Sie leben in ca. 2 m tiefen ufernahen Labyrinthen in den Tonschichten. Vögel, auf deren Speiseplan sie stehen, haben da manchmal so ihre Probleme die Menge zu vertilgen. Es gibt auch Berichte darüber, dass auch Australier diese Würmer sammelten und sie aßen, doch mittlerweile ist es eine geschützte Tierart. Der Riesenregenwurm ist vom Aussterben bedroht, da die steigende Landwirtschaft, Tierherden und Pestizide seine Umwelt belasten und eine geschlechtsreife nach 5 Jahre eine angemessene Anpas- sung verhindert
.

In Korumburra findet sogar einmal jährlich ein Wurmfestival statt, auf dem die Bürger mit Paraden und Spielen den Wurm feiern. Eine Wahl zur „Regenwurm Queen“ darf dabei natürlich nicht fehlen. Für diejenigen, die alles Wissenswerte über diese Würmer erfahren wollen, empfiehlt sich der Besuch im „Giant Earthworm Museum“ in der Stadt Bass. In diesen Museum soll es sogar ein Gebäude in Form eines überdimensionalen Wurms geben.

 

Bild © Gitti Moser / PIXELIO

Great Ocean Road - Meeresblick inklusive

Friday, December 14th, 2007

Die Great Ocean Road ist eine ca. 300 km lange Straße zwischen Geelong und Warrnambool an der Südküste Australiens. Sie wurde im Bundesstaat Victoria von heim kehrenden Soldaten erbaut, die dringend einen Job benötigten, und folgt dem südlichen Ozean.

Die Fahrt beginnt oft in Melbourne mit einer kurvenreichen Strecke vorbei an Torquay. Hier befindet sich „Bells Beach“, ein Surferparadies, dass auch in Filmen wie “Gefährliche Brandung“ zu sehen war. Es liegt zwar nicht direkt an der Strecke, aber wann hat man schon mal die Möglichkeit ein „Weltsurfrevier“ zu sehen.

Surfer

Kurz hinter Torquay, in Anglesea beginnt offiziell die Great Ocean Road. Wer Zeit hat,sollte diesem Ort auch einen kurzen Blick widmen. Es gibt, wie fast überall auf der Strecke, Surf- und Badestrände, die aber nicht unbedingt für die Bekanntheit dieses Ortes gesorgt haben. Viel mehr sind es ganze Känguruh-Familien, die sich völlig ungeniert auf dem Golfplatz aufhalten und grasen. Golfer ignorieren sie einfach und spielen um sie herum.

Wieder auf der Strecke kommt man an Lorne vorbei, einem kleinen schönen Städtchen, das viele Gelegenheiten für eine Rast bietet. Dazu gehört Apollo Bay, ein Ort, der auch bei Familien für seinen schönen sichelförmigen Sandstrand beliebt ist. Sollte man den Ort in den frühen Abendstunden besuchen oder hier übernachten, ist es eine willkommene Abwechslung inne zu halten und die Pinguinkolonien beim allabendlichen „Heimkehren“ zu beobachten.

Pinguin

 

 

 

 

Danach verlässt man den Küstenabschnitt ein paar Kilometer und es liegen die schluchtenreichen Regenwälder des Otway National Parks vor einem, in dem sich viele freilebende Koalas bewegen. Wer ein wenig wandern möchte, nutzt den „Tree Top Walk“, ein Baumkronenpfad in 25 m Höhe und 600 m Länge. Von hier aus gewinnt man einen schönen Einblick in den Regenwald mit seinem dichten Baum- und Farnbestand. Wanderwege sollten jedoch ohne einen Guide nicht verlassen werden, da Teile des Gebietes noch unerschlossen sind.

Im Melba Gully State Park, der mittlerweile zum „Great Otway National Park“ gehört, gibt es zahlreiche Wasserfälle und Regenwaldschluchten, in denen man des häufigen bei Einbruch der Dunkelheit Glühwürmchen beobachtet kann.

Es folgt die zerklüftete Steilküste, auf die man ab „Princeton“ im Port Campbell Nationalpark wieder trifft. Hier befinden sich auch die legendären Zwölf Aposteln.

Die Zwölf Apostel sind, trotz Namens, 8 bis zu 60 m aus dem Meer ragende Kalksteinfelsen. Sie gehören zu dem Höhepunkt einer Great Ocean Road Reise und werden von ca. 1 Millionen Menschen im Jahr besucht. Die schönste Tageszeit für einen Besuch ist der Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang, deren Licht die Küste in ein rotes Leuchten hüllt.

12 Apostel

Durch ständige Erosion des Wassers und Windes, die seit 10-20 Millionen Jahren stattfindet, sind die Formationen entstanden.

Ein Beweis für die stetige Arbeit der Brandung ist der Einsturz des 9. Apostels am 03. Juli 2005, auf den die anderen 8 Apostel sicherlich auch bald folgen werden.

Lohnenswert ist auch ein Spaziergang über die „Gibson Steps“ zu einem Strand mit sehr beeindruckender Meeresbrandung. Dieser Küstenabschnitt, auch „London Arch“ genannt, ist geprägt von den unterschiedlichsten Felsformationen:

 

Loch Ard Gorge„Loch Ard Gorge“(2 Schluchten verbunden durch einen Sandstrand mit einer Höhle),


 

The Grotto

“The Grotto” (eine Höhle, die vom Meer ausgespült wurde),

 

Island Arch
„Island Arch“ (hieß früher „Elephantrock“, da dieser Felsen einen Überhang besaß, der wie ein Rüssel aussah; nach Einstürzen des Rüssels wurde er umbenannt),

„The Razorback” (Formation, die einer “Rasierklinge” ähnelt), „The Arch“ (ein freistehender Felsbogen), „Pudding Basin Rock“ (ein aus dem Wasser ragender Felsen mit einer runden Kuppe), „Thunder Cave“ (ca. 100 m langer Tunnel), „London-Bridge“ (ein natürlicher Felsbogen, der 1990 leider zum Teil einstürzte), „Muttonbird Island” (kleine geschützte Vogelinsel, auf der unterirdisch “Muttonbirds” nisten; auch Walbeobachtungen sind möglich) oder „The Blowhole“, (Loch in der Felswand; auch „The Hole in the Wall“).

 

Schiffswrack

Einer der im Port Campbell National Park befindlichen Küstenstreifen wird auch „Shipwreck Coast“ genan- nt, da hier schon ungefähr 80 Schiffe auf Grund liefen. Dort ist es möglich Wracktauch- gänge mitzumachen. Die Ge- gend ist aber auch geeignet für Ausritte, Wanderungen, zum Surfen oder Baden.

Zu guter letzt erreicht man die Surferstadt Warrnambool. Es war früher einmal ein Wal- und Robbenfängerort und auch heute kann man hier noch Wale sehen, nur dass diese Glattwale lebendig sind.

Wal

 

 

 

 

 

Wenn man solch eine Tour an der Great Ocean Road plant, sollte man sich gut informieren und sich die kleinen Highlights der Strecke nicht entgehen lassen, z.B. „Princess Margret Rose Island“ - ein Platz voller wilder Orchideen oder die Pinguinwanderungen.

Obwohl die Great Ocean Road „nur“ 300 km lang ist, wäre es trotzdem besser einen großzügigen Reise-Zeitraum zu wählen (mind. 2 Tage), um die einmalige Landschaft zu bekunden. Das ist gut zu meistern, da sich an der Strecke zahlreiche Hotels und auch Campingplätze befinden.

 

Bild Surfer © Jörn Schulz / PIXELIO
Bild Pinguin © Matze Zuhouse / PIXELIO
Bild 12 Apostel © Marco Oetterli / PIXELIO
Bild „Loch Ard Gorge“ © Clemens Mirwald / PIXELIO
Bild „The Grotto“ © D. Sorge / PIXELIO
Bild „Island Arch“© itworks / PIXELIO
Bild Schiffswrack © Sandra Kluge / PIXELIO
Bild Wal © N. Frank / PIXELIO

Delikatesse plagt Canberra

Thursday, December 6th, 2007

Ende des Jahres verirrten sich die Bogong-Motten nach Canberra, der Hauptstadt Australiens, die sonst nicht auf ihrer Flugroute liegt.

MotteDoch was tun, wenn die Insekten überhand nehmen und zur Plage werden? Nun, in Canberra sollte man die Speisekarte der Restaurants einsehen, bevor man einkehrt.

Australische Star-Köche nutzen die Erfahrungen der Ureinwohner des Kontinents und erklären die eiweiß- und proteinhaltigen Motten kurzerhand als Delikatesse, um die Zahl der Schädlinge zu dezimieren.

 

Bild © Chrisdesign / PIXELIO