Die Great Ocean Road ist eine ca. 300 km lange Straße zwischen Geelong und Warrnambool an der Südküste Australiens. Sie wurde im Bundesstaat Victoria von heim kehrenden Soldaten erbaut, die dringend einen Job benötigten, und folgt dem südlichen Ozean.
Die Fahrt beginnt oft in Melbourne mit einer kurvenreichen Strecke vorbei an Torquay. Hier befindet sich „Bells Beach“, ein Surferparadies, dass auch in Filmen wie “Gefährliche Brandung“ zu sehen war. Es liegt zwar nicht direkt an der Strecke, aber wann hat man schon mal die Möglichkeit ein „Weltsurfrevier“ zu sehen.

Kurz hinter Torquay, in Anglesea beginnt offiziell die Great Ocean Road. Wer Zeit hat,sollte diesem Ort auch einen kurzen Blick widmen. Es gibt, wie fast überall auf der Strecke, Surf- und Badestrände, die aber nicht unbedingt für die Bekanntheit dieses Ortes gesorgt haben. Viel mehr sind es ganze Känguruh-Familien, die sich völlig ungeniert auf dem Golfplatz aufhalten und grasen. Golfer ignorieren sie einfach und spielen um sie herum.
Wieder auf der Strecke kommt man an Lorne vorbei, einem kleinen schönen Städtchen, das viele Gelegenheiten für eine Rast bietet. Dazu gehört Apollo Bay, ein Ort, der auch bei Familien für seinen schönen sichelförmigen Sandstrand beliebt ist. Sollte man den Ort in den frühen Abendstunden besuchen oder hier übernachten, ist es eine willkommene Abwechslung inne zu halten und die Pinguinkolonien beim allabendlichen „Heimkehren“ zu beobachten.

Danach verlässt man den Küstenabschnitt ein paar Kilometer und es liegen die schluchtenreichen Regenwälder des Otway National Parks vor einem, in dem sich viele freilebende Koalas bewegen. Wer ein wenig wandern möchte, nutzt den „Tree Top Walk“, ein Baumkronenpfad in 25 m Höhe und 600 m Länge. Von hier aus gewinnt man einen schönen Einblick in den Regenwald mit seinem dichten Baum- und Farnbestand. Wanderwege sollten jedoch ohne einen Guide nicht verlassen werden, da Teile des Gebietes noch unerschlossen sind.
Im Melba Gully State Park, der mittlerweile zum „Great Otway National Park“ gehört, gibt es zahlreiche Wasserfälle und Regenwaldschluchten, in denen man des häufigen bei Einbruch der Dunkelheit Glühwürmchen beobachtet kann.
Es folgt die zerklüftete Steilküste, auf die man ab „Princeton“ im Port Campbell Nationalpark wieder trifft. Hier befinden sich auch die legendären Zwölf Aposteln.
Die Zwölf Apostel sind, trotz Namens, 8 bis zu 60 m aus dem Meer ragende Kalksteinfelsen. Sie gehören zu dem Höhepunkt einer Great Ocean Road Reise und werden von ca. 1 Millionen Menschen im Jahr besucht. Die schönste Tageszeit für einen Besuch ist der Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang, deren Licht die Küste in ein rotes Leuchten hüllt.

Durch ständige Erosion des Wassers und Windes, die seit 10-20 Millionen Jahren stattfindet, sind die Formationen entstanden.
Ein Beweis für die stetige Arbeit der Brandung ist der Einsturz des 9. Apostels am 03. Juli 2005, auf den die anderen 8 Apostel sicherlich auch bald folgen werden.
Lohnenswert ist auch ein Spaziergang über die „Gibson Steps“ zu einem Strand mit sehr beeindruckender Meeresbrandung. Dieser Küstenabschnitt, auch „London Arch“ genannt, ist geprägt von den unterschiedlichsten Felsformationen:
„Loch Ard Gorge“(2 Schluchten verbunden durch einen Sandstrand mit einer Höhle),

“The Grotto” (eine Höhle, die vom Meer ausgespült wurde),

„Island Arch“ (hieß früher „Elephantrock“, da dieser Felsen einen Überhang besaß, der wie ein Rüssel aussah; nach Einstürzen des Rüssels wurde er umbenannt),
„The Razorback” (Formation, die einer “Rasierklinge” ähnelt), „The Arch“ (ein freistehender Felsbogen), „Pudding Basin Rock“ (ein aus dem Wasser ragender Felsen mit einer runden Kuppe), „Thunder Cave“ (ca. 100 m langer Tunnel), „London-Bridge“ (ein natürlicher Felsbogen, der 1990 leider zum Teil einstürzte), „Muttonbird Island” (kleine geschützte Vogelinsel, auf der unterirdisch “Muttonbirds” nisten; auch Walbeobachtungen sind möglich) oder „The Blowhole“, (Loch in der Felswand; auch „The Hole in the Wall“).
Einer der im Port Campbell National Park befindlichen Küstenstreifen wird auch „Shipwreck Coast“ genan- nt, da hier schon ungefähr 80 Schiffe auf Grund liefen. Dort ist es möglich Wracktauch- gänge mitzumachen. Die Ge- gend ist aber auch geeignet für Ausritte, Wanderungen, zum Surfen oder Baden.
Zu guter letzt erreicht man die Surferstadt Warrnambool. Es war früher einmal ein Wal- und Robbenfängerort und auch heute kann man hier noch Wale sehen, nur dass diese Glattwale lebendig sind.

Wenn man solch eine Tour an der Great Ocean Road plant, sollte man sich gut informieren und sich die kleinen Highlights der Strecke nicht entgehen lassen, z.B. „Princess Margret Rose Island“ - ein Platz voller wilder Orchideen oder die Pinguinwanderungen.
Obwohl die Great Ocean Road „nur“ 300 km lang ist, wäre es trotzdem besser einen großzügigen Reise-Zeitraum zu wählen (mind. 2 Tage), um die einmalige Landschaft zu bekunden. Das ist gut zu meistern, da sich an der Strecke zahlreiche Hotels und auch Campingplätze befinden.
Bild Surfer © Jörn Schulz / PIXELIO
Bild Pinguin © Matze Zuhouse / PIXELIO
Bild 12 Apostel © Marco Oetterli / PIXELIO
Bild „Loch Ard Gorge“ © Clemens Mirwald / PIXELIO
Bild „The Grotto“ © D. Sorge / PIXELIO
Bild „Island Arch“© itworks / PIXELIO
Bild Schiffswrack © Sandra Kluge / PIXELIO
Bild Wal © N. Frank / PIXELIO